Weitere Möglichkeiten und Optimierungen

1. Variable Anfangs-Sprungweite und Ausgangsposition

Das Suchsystem lässt sich weiter optimieren, indem es unterscheidet, ob zu Beginn der Suche (also beim erstmaligen drücken einer Sprungtaste) die Aufnahme erst angewählt wurde, sich aber noch nicht im Wiedergabe-Modus befindet, oder ob vom Wiedergabe-Modus heraus die Suche begonnen wird.

Drückt der Benutzer während des Abspielens einer Aufnahme eine Sprungtaste, so will er möglicherweise nur einen kleinen Teil überspringen, z.B. eine kurze Sequenz nochmal anschauen, wenn er rückwärts springt. Wenn er vorwärts springt möchte er vielleicht nur eine Werbung oder einen längeren Applaus überspringen. Hierfür wäre die Anfangs-Sprungweite von 10 Minuten nicht optimal, weil man sich damit gleich zu weit entfernt. In diesem Fall kann das Suchsystem deshalb mit einer deutlich kleineren Anfangs-Sprungweite von einer Minute oder noch weniger beginnen. Um dabei trotzdem auch schnell weiter entfernte Ziele zu erreichen, kann das System dafür einen höheren Faktor, z.B. 1,6 oder 1,7 statt 1,4 für die Erhöhung der Sprungweite verwenden. (Der Faktor sollte aber noch deutlich unter 2 liegen, weil sich sonst die Such-Eigenschaften verschlechtern.)

Hat der Benutzer dagegen erst eine Aufnahme ausgewählt, aber die Wiedergabe noch nicht gestartet, so kann man davon ausgehen, dass das gesuchte Ziel eher nicht ganz am Anfang der Aufnahme liegt. Das Suchsystem kann in dem Fall effektiver arbeiten, wenn mit einer größeren Sprungweite (eventull sogar der Maximal-Sprungweite) begonnen wird.

Durch diese Möglichkeit kann der Benutzer auch sehr schnell mehrere längere Aufzeichnungen auf deren Inhalte hin überprüfen, indem er diese einfach der Reihe nach anwählt und jeweils ein paar mal die Vorwärts-Sprungtaste drückt. Pro Aufnahme benötigt man so nur ein paar Sekunden um festzustellen, welche Sendungen darin enthalten sind. Auf diese Weise kann man z.B. sehr schnell die Festplatte aufräumen, indem man alle Aufnahmen kurz durchsucht und die nicht mehr benötigten löscht. Mit den bisherigen Möglichkeiten heutiger Geräte braucht man dazu noch etwa 20 bis 30 mal so lang!

Darüber hinaus kann das System in dem Fall (wenn die Wiedergabe noch nicht gestartet wurde) unterscheiden, welche der beiden Sprungtasten als erstes gedrückt wird. Drückt man zuerst die Vorwärts-Sprungtaste, so beginnt die Suche am Anfang der Aufnahme. Drückt man dagegen zuerst die Rückwärts-Sprungtaste, so kann das System die Suche am Ende der Aufnahme beginnen, und von da zurückspringen. Diese Option ist vor allem dann interessant, wenn der Benutzer weiß, dass sich die gesuchte Stelle eher in der zweiten Hälfte, also im hinteren Teil der Aufnahme befindet. Hierbei sollte das System aber auch gleich den ersten Rückwärts-Sprung ausführen, denn ein Sprung ganz ans Ende der Aufnahme macht keinen Sinn, weil man da ja nicht mehr weiter abspielen kann. Beginnt man die Suche dagegen vom Anfang der Aufnahme aus, so ist es eventuell besser, wenn die Suche auch ganz am Anfang (Zeit null) der Aufnahme beginnt, und der erste Sprung erst bei nochmaligem drücken der Vorwärts-Sprungtaste vorgenommen wird.


Da man sich an bewegten Bildern besser orientieren kann, als an einem Standbild, sollte das System nach jedem Sprung automatisch in den Wiedergabe-Modus schalten, auch dann wenn der Wiedergabe-Modus vorher noch nicht gestartet war.
 

2. Automatischer Reset

Wenn man mit dem Suchsystem eine bestimmte Stelle (z.B. den Anfang einer Sendung) sucht, dann sieht man nach jedem Sprung meist schon auf den ersten Blick, ob die gesuchte Sendung schon begonnen hat oder noch nicht. Man weiß also sofort ob man weiter vor oder zurückspringen muß. Daher läßt sich dieses 2-Tasten-Suchsystem sehr schnell bedienen. Wird dann einige Sekunden lang keine der beiden Sprungtasten mehr gedrückt, so ist das ein Zeichen dafür, dass der Benutzer die gesuchte Stelle gefunden hat. Die Suchlogik kann nun einen automatischen Reset durchführen, das heißt alle Variablen (Sprungweite, Suchbereichs-Begrenzung, u.s.w.) werden wieder auf die Anfangswerte zurückgesetzt. Ein erneutes Drücken der Sprungtasten bedeutet dann eine neue Suche.
 

3. On Screen Display

Zur besseren Orientierung für den Benutzer kann das Suchsystem nach dem Drücken einer Sprungtaste einen waagrechten Balken im Bild einblenden, der die aktuelle Position sympolisiert. (Der linke Bildrand entspricht dabei dem Anfang der Aufnahme und der rechte Bildrand dem Ende. Und die Positionsanzeige die irgendwo dazwischen liegt, zeigt dem Benutzer die aktuelle Position an.) Zusätzlich kann auch der aktuelle Suchbereich durch einen Balken angezeigt werden, wobei dann z.B. die aktuelle Position nur durch einen kleinen senkrechten Strich angezeigt wird. Diese Anzeige erscheint dann, sobald der Benutzer eine Sprungtaste drückt, und verschwindet, wenn ein Reset der Variablen ausgeführt wird (also ein paar Sekunden nach dem letzten Tastendruck). Damit schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen stört diese Positionsanzeige nicht lange weil sie nach kurzer Zeit wieder verschwindet, und zum anderen sieht der Benutzer dadurch den Zeitpunkt, wann das Suchsystem wieder auf die Anfangs-Bedingungen zurückgesetzt wird.
 

4. Daten im Voraus lesen

Die Zugriffszeit auf eine neue Position ist bei DVDs und Festplatten sehr kurz. Trotzdem kann es nach dem Drücken einer Sprungtaste eine halbe Sekunde dauern, bis die Audio- und Video-Daten der neuen Position verfügbar sind, und die Wiedergabe an der Stelle fortgesetzt wird. Diese Zeit lässt sich verkürzen, indem das System nach jedem Sprung die beiden möglichen Zielpositionen für den nächsten Sprung gleich Im voraus berechnet und die dazugehörigen Audio- und Video-Daten in den RAM-Speicher einliest. Hierzu reicht jeweils eine sehr kurze Sequenz von ein oder zwei Sekunden ab der möglichen Zielposition aus. Wenn der vorausberechnete Sprung dann tatsächlich ausgeführt wird, sind die dazugehörigen Audio und Video-Daten sofort (ohne merkliche Verzögerung) verfügbar, und bis die zwischengespeicherte Sequenz von einer oder zwei Sekunden abgespielt ist, hat das Gerät genug Zeit, die weiteren AV-Daten zu lesen. Da es zu jedem Zeitpunkt ja immer nur zwei mögliche Sprungziele gibt (je nachdem welche der beiden Sprungtasten als nächstes gedrückt wird) müssen für diese Optimierung auch immer nur zwei sehr kurze Sequenzen zwischengespeichert werden.
 

5. Anpassung für PC-Anwendungen

Audio- und Video-Player-Programme für den PC haben meistens einen kleinen horizontalen Scroll-Balken, der die aktuelle Abspiel-Position anzeigt, und den man mit der Maus an jede beliebige Stelle verschieben kann. Bei Dateien mit sehr langer Spieldauer (z.B. 1 Stunde oder mehr) ermöglicht dieser Balken aber keine genaue Positionierung, weil die kleinste Verschiebung gleich mehrere Minuten ausmacht. Für diesen Zweck läßt sich das Suchsystem auf einfachste Weise modifizieren, und zwar so, dass der Benutzer einfach rechts bzw. links neben den Balken klicken muss, um vor bzw. zurück zu springen. Als Anfangs-Sprungweite (also erste Sprungweite) muß hier auch kein fester Zeitwert verwendet werden. Günstiger ist hier vielleicht wenn ein Prozentualwert (z.B. 5% der Gesamtdauer) als Anfangs-Sprungweite verwendet wird. So kann man eine grobe Einstellung vornehmen, indem man den Balken wie bisher üblich verschiebt, und zur genauen Einstellung klickt man dann rechts und links neben den Balken um die gewünschte Position genau anzusteuern.